Nutztiere im Garten halten, Hühner, Schafe, Gänse, Enten, Ziegen

Tiere die Selbstversorger auch im Garten halten können, sind das Thema dieser kurzen Dokumentation. Von allen Tieren für den Selbstversorger-Garten, ist das Huhn mit Abstand am nützlichsten und wichtigsten.
Wie viele Eier so ein Huhn legt, ist ganz unterschiedlich und kann von den Haltungsbedingungen und der Fütterung ebenso abhängen wie von der Hühnerrasse. Es gibt Hochleistungsrassen unter den Hühner, die bis zu 300 Eier im Jahr legen können, wie beispielsweise die Braunen und Weißen Lege-Hybriden, oder das aus Italien stammende Leghorn. Oft sind diese ausgesprochenen Legerassen aber nicht sehr ausdauernd, haben ihren Bruttrieb verloren und sind empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen und Krankheiten. Alte Landhuhnrassen im Zweinutzungstyp wie das Appenzeller Spitzhauben-Huhn, das Altsteirer-Huhn, oder das Sulmtaler-Huhn sind darum für die Haltung im kleinen Stil besser geeignet.

Hühner sind sehr bewegunsfreudige Tiere. Am liebsten verbringen sie den ganzen Tag im Freien und sind dabei meistens mit Scharren und picken beschäftigt. Neben einem ausreichend großen Freilauf sollte auch der Stall möglichst geräumig sein, damit das Federtier sich auch im Winter oder bei Dauerregen ausreichend bewegen kann. Diese Hühner haben es besonders gut, denn sie haben einen überdachten Auslauf, der ihnen auch an nassen Tagen einen trockenen Aufenthalt an der frischen Luft ermöglicht. Der Stall muss mit Sitzstangen zum Schlafen und ausreichend vielen Legenestern ausgestattet sein. Außerdem sollte das Körnerfutter möglichst so gereicht werden, dass die Hühner es nicht mit ihrem kot verschmutzen können.

Als typische Allesfresser finden Hühner im Garten neben verschiedenen Insekten Würmern und Spinnen auch zahlreiche fressbare Gräser und Kräuter die ihren Speiseplan bereichern. Vom Gemüsgarten sollte man die Feinschmecker darum besser fernhalten. Indirekt sind Hühner für den Gemüsegarten aber nützlich, weil sie auch die Gelege der so gefürchteten Nacktschnecken fressen.
Wer sich über kleine Kücken freuen möchte und darum mit dem Gedanken spielt seine Hühner brüten zu lassen sollte sich diese Entscheidung vorher gründlich überlegen. Die Hälfte der Kücken wird nämlich zu Hähnen heranwachsen die keine Eier legen und untereinander zänkerisch sind. Wenn man nicht möchte dass die Junghähne im Kochtopf landen, steht man vor dem Problem genügend Abnehmer finden zu müssen.

Gänse ohne Wasser zu halten wäre Tierquälerei. Wer diesen Vögeln keinen eigenen Teich zur Verfügung stellen kann, sollte ihnen zumindest eine alte Badewanne zum Planschen gönnen. Neben ihrer Vorliebe für das nasse Element ragen Gänse aber auch dadurch heraus, dass sie zu den wenigen Vogelarten gehören die ausgesprochene Weidetiere sind. Ihre Schnäbel eignen sich hervorragend zum Grasrupfen, wobei die Gänse beim Weiden im Gegensatz zu einigen anderen Tieren, die Grasnarbe nicht schädigen. Die schweren weißen Mastgänse brauchen zusätzlich zum Grünfutter große Mengen an Körnerfutter um sich zufriedenstellend zu entwickeln. Weniger anspruchsvoll und darum für den Selbstversorger besser geeignet sind sind mittelschwere Rassen wie die Toolooser-Gans und leichte Landgans-Typen wie die Österreichische Landgans.

Enten sind Gänsen in vielen Dingen recht ähnlich. Auch sie sind gesellige Tiere und brauchen Wasser um sich wohlzufühlen. Im Vergleich zu Gänsen sind Enten aber um einiges kleiner und brauchen auch nicht zwingend Grünflächen zum weiden. Sowohl Enten als auch Gänse sind sehr unempfindlich gegenüber kalten Temperaturen. Dennoch benötigen sie einen trockenen windgeschützen Stall der ihnen Rückzugsmöglichkeiten gibt und sie in der Nacht vor Raubfeinden schützt.